top of page

Was ist Interne Revision? Einfach erklärt

  • 1. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Die Interne Revision ist für viele ein abstrakter Begriff. Manche denken an Kontrolle, andere an Fehlersuche oder „Polizei im Unternehmen“. Tatsächlich ist Interne Revision etwas anderes und deutlich wertvoller.


Kurz gesagt: Interne Revision hilft Organisationen, besser zu werden. Sie schafft Transparenz, stärkt Vertrauen und unterstützt Führung und Aufsicht dabei, Risiken zu verstehen und verantwortungsvoll zu steuern.


Was versteht man unter Interner Revision?

Nach der international anerkannten Definition des Institute of Internal Auditors (IIA) ist die Interne Revision:

eine unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsfunktion, die darauf ausgerichtet ist, Mehrwert zu schaffen und Prozesse zu verbessern.

Das bedeutet: Die Interne Revision prüft nicht um des Prüfens willen. Sie bewertet systematisch, ob Prozesse, Kontrollen und Strukturen so funktionieren, wie sie sollen – und ob sie die Organisation dabei unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.


Welche Aufgaben hat die Interne Revision?

Die Aufgaben der Internen Revision lassen sich in drei Kernbereiche gliedern:


1. Prüfung von Prozessen und Kontrollen

Die Interne Revision analysiert, ob interne Abläufe:

  • effizient gestaltet sind

  • Risiken angemessen berücksichtigt werden

  • gesetzliche und interne Vorgaben eingehalten werden

Dabei geht es nicht nur um Fehler, sondern auch um Schwachstellen, die langfristig zu Problemen führen könnten.


2. Bewertung von Risiken

Ein zentraler Auftrag der Internen Revision ist die risikoorientierte Prüfung. Das heißt: Nicht alles wird geprüft, sondern das, was für die Organisation wesentlich und risikoreich ist.


Dazu zählen zum Beispiel:

  • finanzielle Risiken

  • Compliance- und Rechtsrisiken

  • operative Risiken

  • Betrugs- und Missbrauchsrisiken


3. Beratung und Verbesserung

Neben der Prüfungsfunktion hat die Interne Revision auch eine beratende Rolle. Sie unterstützt Management und Führungskräfte dabei:

  • Prozesse robuster zu gestalten

  • Kontrollen sinnvoll aufzubauen

  • Risiken frühzeitig zu erkennen

Wichtig dabei: Die Interne Revision berät, übernimmt aber keine operative Verantwortung. Genau diese Trennung sichert ihre Unabhängigkeit.#


Warum ist Unabhängigkeit so wichtig?

Unabhängigkeit ist das Herzstück der Internen Revision. Sie bedeutet, dass Revisorinnen und Revisoren:


  • nicht Teil der geprüften Prozesse sind

  • keine operativen Entscheidungen treffen

  • direkt an die oberste Leitung oder das Aufsichtsorgan berichten


Nur so kann die Interne Revision objektiv, kritisch und glaubwürdig arbeiten. Diese Anforderung ist international anerkannt und in den Berufsstandards klar verankert.


Was prüft die Interne Revision konkret?

Die Themen der Internen Revision sind breit gefächert und hängen von der Organisation ab. Typische Prüfungsfelder sind:


  • Finanz- und Rechnungswesen

  • Einkauf und Vergabe

  • IT-Systeme und Datensicherheit

  • Compliance und Governance

  • Risikomanagement und Internes Kontrollsystem

  • Betrugsprävention und Wirtschaftskriminalität


Dabei prüft die Interne Revision nicht nur „ob Regeln eingehalten werden“, sondern auch, ob diese Regeln sinnvoll und wirksam sind.


Ist Interne Revision Pflicht?

Ob eine Interne Revision verpflichtend ist, hängt vom rechtlichen Umfeld und der Organisationsform ab. In vielen Bereichen – etwa bei Banken, Versicherungen oder großen öffentlichen Einrichtungen – ist sie gesetzlich oder regulatorisch vorgeschrieben.

Unabhängig davon gilt: Organisationen mit einer professionellen Internen Revision sind nachweislich besser auf Risiken vorbereitet und können fundiertere Entscheidungen treffen.


Was ist der Unterschied zwischen Interner Revision und externer Prüfung?

Ein häufiger Irrtum ist die Gleichsetzung mit Abschlussprüfern. Der Unterschied ist klar:

  • Externe Prüfer prüfen primär den Jahresabschluss

  • Interne Revision prüft laufend Prozesse, Risiken und Strukturen

Die Interne Revision arbeitet ganzjährig, tief in den Abläufen und mit einem klaren Fokus auf Verbesserung und Prävention.


Fazit: Interne Revision ist ein strategischer Erfolgsfaktor

Interne Revision ist kein Kontrollinstrument aus Misstrauen, sondern ein professionelles Steuerungs- und Sicherungsinstrument. Sie hilft Organisationen:


  • Risiken realistisch und frühzeitig einzuschätzen

  • Fehlentwicklungen früh zu erkennen

  • Blinde Flecke aufdecken

  • Verantwortung transparent wahrzunehmen

  • Vertrauen bei Stakeholdern aufzubauen


Richtig verstanden und gut eingebunden ist die Interne Revision ein starker Partner für Management und Aufsicht und ein wesentlicher Beitrag zu nachhaltigem Erfolg.


Anlaufstelle für Fragen zu Interne Revision ist in Österreich das Institut für Interne Revision.

Out

Für Outsourcing der Internen Revision oder Revisionsleistungen wenden Sie sich an Martina Leitgeb, MA MA unter m.leitgeb@mlg-consulting.at oder unter der Telefonnummer auf der Homepage www.mlg-consulting.at

 
 
bottom of page